12. Rauhnacht – 5. Januar

 

 

 

  Urvertrauen

Entsprechender Monat des nächsten Jahres: Dezember

Die heutige Nacht gilt als die magischste Nacht der Rauhnächte, eine Wunschnacht. Wie wäre es heute einen einzigen allumfassenden Wunsch auf die Reise zu schicken. Einzelne Wünsche zu den einzelnen Lebensbereichen haben die meisten ja inzwischen verbrannt und somit an die höheren Mächte abgegeben. Heute aber bitte ich Dich, Dir nur eine einzige Sache zu wünschen und zwar die „Großartigkeit Deines Lebens“. Indem Du heute nichts konkretisierst, zeigst Du damit Dein Vertrauen ins Leben. Du musst nicht wissen, was genau passiert und wie es zu Dir kommt, Du musst nur wünschen, dass es großartig für Dich wird. Ist das nicht aufregend und gleichzeitig entspannend, weil Du nicht wie sonst immer denkst, Dich um alles kümmern zu müssen?

Die letzte Rauhnacht beschäftigt sich mit einem der wichtigsten Themen überhaupt, dem Urvertrauen. Ohne dies ist unser Leben ein Kampf, ein Kampf alles perfekt zu machen um Liebe, gesehen werden, Sicherheit…..

Urvertrauen ist bereits in jedem von uns wie ein goldener Kern angelegt, ob wir es dann auch so empfinden und leben können, hängt von unseren Erfahrungen ab. Machen wir die Erfahrung, dass  zwischen der Welt und unseren natürlichen Bedürfnissen Übereinstimmung herrscht, kann das Urvertrauen erblühen. Falls nicht kommt es zu einem tiefen Misstrauen uns selbst, dem Leben und der Welt gegenüber.

Kinder benötigen einen sicheren Heimathafen, der ihnen das Urvertrauen vermittelt. Das ermöglicht ihnen auch den späteren Umgang mit Enttäuschungen und Problemen und lässt sie nicht sofort in eine Depression oder Sucht verfallen, sobald etwas schiefläuft.

Wenn ein Kind das Gefühl hat, dass seine Bedürfnisse erkannt und erfüllt werden, wird es nicht etwa verwöhnt, sondern bekommt das Gefühl richtig und sicher zu sein. Ist ein Baby ungewollt, spürt es das sehr deutlich, genau, wie sich Stress oder Traumatisierung der Mutter auf seinen Körper und seine Seele auswirken. Es entsteht ein Grundgefühl der Angst, das sich dann wie ein roter Faden durch sein Leben zieht und unter anderem Stress verursacht. Wir befinden uns dann permanent in einem Modus der Anspannung, der von der Natur eigentlich nur für Gefahrensituationen vorgesehen ist. Der Körper fährt Stoffwechsel und Immunsystem herunter, was wiederum zu Krankheiten und Übergewicht führt.

Dieses oft fehlende Urvertrauen ist ein Thema, das sowohl in meinem Leben als auch bei vielen Menschen, mit denen ich gearbeitet habe, immer wieder an die Oberfläche kam. Die Generationen der Kriegskinder und Kriegsenkel, wie ich, sind geprägt von einer Erziehung, die noch bis Ende der 1970er Jahre vom Buch „Die deutsche Mutter und ihr Kind“ propagiert wurde. Dort wurde zu drastischen Methoden geraten, um Kinder nicht zu verzärteln und möglichst wenig Bindung und Liebe zu ihnen aufzubauen. Dies wurde als Affenliebe bezeichnet.

Viele von uns sind sicher auch mit Sprüchen aufgewachsen wie: „Wenn Du dies nicht tust oder jenes nicht lässt, dann hab ich Dich nicht mehr lieb!“ Alternativ wurde auch gerne gesagt, …..dann bist Du schuld, wenn ich krank werde, weggehe, sterbe, traurig bin usw. usw.

Und natürlich gibt sich ein Kind dann die Schuld an allen negativen Dingen, die passieren. Wenn jemand krank wird oder die Eltern sich scheiden lassen denken Kinder, dass sie es schuld sind. Sie denken sich fieberhaft Gründe aus, warum sie schuld sind, wobei ihnen die kleinsten und abstraktesten Sachen einfallen, die sie irgendwann mal nicht richtig gemacht haben.

Dieser Grundgedanke und das Gefühl, sich selbst und der Welt nicht vertrauen zu können, der kapselt sich ein und wird zur Gefühlsfigur des inneren Kindes. Bei jeder Entscheidung, die wir als Erwachsener treffen, egal, ob es um Erfolg, liebe oder Fülle im Leben geht, da ist immer diese un(ter)bewusste Stimme in Dir, die Dir Zweifel ins Herz pflanzt. Zweifel wie: Ich bin nicht gut genug, ich bin es nicht wert, ich habe es nicht verdient, ich muss zuerst etwas leisten um geliebt zu werden…..usw.

Die gute Nachricht ist, Urvertrauen zu haben ist ein Prozess, der sich auch als Erwachsener noch lernen, entwickeln und implementieren lässt. Wie einer meiner absoluten Lieblingssätze vom bekannten amerikanischen Hypnosetherapeuten Milton Erickson es schön ausdrückt:

Es ist nie zu spät für eine schöne Kindheit!

Sorge gut für Dich. Als Kind warst Du körperlich und seelisch abhängig davon, dass für Dich gesorgt wurde. Das ist heute nicht mehr der Fall. Wenn sich jemand LIEBE-voll um Dich kümmert, ist das wunderschön! Wenn nicht ist es auch ok, denn inzwischen kannst Du es selbst. Leider steckt in den meisten von uns noch immer die kindliche Abhängigkeit fest, durch das innere Kind. In dem Du Dich gut um Dich und Dein inneres Kind kümmerst, gewinnt es Vertrauen und ihr verschmelzt zu einer erwachsenen liebevollen Herzenseinheit.

Du bist jetzt erwachsen und kannst selbst dafür sorgen, dass Deine Bedürfnisse befriedigt werden. Du musst Dir lediglich gestatten, überhaupt Bedürfnisse zu haben. Solange Du Dich nicht für gut genug und wertvoll hältst in Deiner ganzen Pracht und Fülle zu leben, kann das Leben Dir dies auch nicht zukommen lassen. Keine Blume würde je hinterfragen, ob sie es wert ist Sonne, Wasser und guten Dünger zu bekommen, sie nimmt es einfach dankbar an und blüht dafür so schön sie kann. Ohne Scham, Schuld und mangelnder Wertschätzung für sich.

Es gibt noch eine Besonderheit an diesem Tag, genau wie in der 4. Rauhnacht: alles das, was in den bisherigen Rauhnächten nicht gut gelaufen ist, kannst Du heute zum Guten verwandeln. Egal, ob Streit, schlechte Nachrichten, schlimme Träume……, es darf heute verwandelt werden. Schreibe also alles auf ein Blatt, das seit dem 25.12.20 für Dich eine negative Energie hatte. Nun nimm noch ein anderes Blatt und schreibe dort auf, wie der optimale Verlauf dieser Sache für Dich sein sollte. Dann nimm das Blatt mit den negativen  Ereignissen zur Hand und gehe in Gedanken noch einmal in jede einzelne dieser Situationen hinein und stell Dir vor, die die violette Flamme der Transformation sie umlodert und auflöst. Aus den alten Bildern werden die neuen schönen positiven Bilder, die Du Dir auf das 2. Blatt geschrieben hast. Über diese neuen Bilder ergießt sich nun das glänzende silberweiße Licht und erfüllt Dich mit ganz viel Dankbarkeit für diese Verwandlung. Nun verbrenne das 1. Blatt mit den negativen Ereignissen und fühle die Freude darüber, dieses verwandelt zu haben.

Heute ist der letzte Tag unseres gemeinsamen Weges durch die Rauhnächte und ich möchte Dir von Herzen dafür danken, dass Du dabei gewesen bist. Eine bewegende Zeit geht für fast 1 Jahr zu Ende und ich wünsche Dir und mir, dass wir durch die gemeinsame Arbeit, das vor uns liegende neue Jahr auf einen sehr guten Weg gebracht haben.

12 besondere Nächte, 12 Meditationen und viele Gedanken, Erkenntnisse und Aufgeschriebenes werden dafür sorgen, dass sich Wünsche erfüllen werden und Dinge zum Guten wenden. Du darfst vor allem eins sein: so richtig richtig doll stolz auf Dich, dann nicht jeder hat den Mut, sich seinen Ängsten zu stellen und genauer hinzusehen. Du aber hast alle mystischen Energien genutzt um Dich zu entwickeln.

Das ist toll! Ich umarme Dich herzlich und hoffe bald in irgendeiner Form von Dir zu hören oder zu lesen oder auch nur gedanklich energetisch verbunden zu sein.

 

 Räucherempfehlung für Dich

Rosenblätter – fördern Geborgenheit

Kampfer – stärkt die Selbstliebe

Salbei – ermöglicht Neubeginn

Lavendel – öffnet das Herz

Myrte – heilt seelische Wunden

Beifuß – hilft Altes loszulassen

(Alle Infos über die empfohlenen Kräuter findest Du im Rauchwerk-Lexikon)

Meditation 12. Rauhnacht

von Beate Huppertz-Herrmann | Rauhnächte