6. Januar – Heilige 3 Könige – kleine Rauhnacht

Am 5. Januar um 23.59 Uhr enden die Rauhnächte. Der 6. Januar wird oft auch als kleine Rauhnacht oder „Dreizehnte“ bezeichnet, da er keine richtige Rauhnacht mehr ist, aber sich sehr gut für ein Ausklingen der Rauhnächte und für eine Rückschau eignet.

Wenn Du ein Anfangsritual für die Rauhnacht gemacht hast, wäre es gut dasselbe heute als Abschlussritual zu zelebrieren. Vielleicht einen Gong oder eine Klangschale schlagen.

Dieser Tag steht für Neubeginn, Hoffnung und Motivation, denn die Zeit des Dunkels ist vorbei, Normalität und Alltag tritt wieder ein. Die Sternsinger gehen an diesem Tag von Haus zu Haus, da nach der Überlieferung am 6. Januar die heiligen 3 Könige bei Jesus eintrafen und ihre Geschenke überreichten. Wobei Myrrhe als Heilmittel für den Körper stand, Weihrauch für die Seele und Gold für Geld und Beruf.

Die Sternsinger schreiben mit weißer Kreide die Buchstaben C + M + B über die Eingangstür, was sowohl Caspar, Melchior und Balthasar (die Namen der hl. 3 Könige) oder auch Christus Mansionem Benedicat (Christus segne dieses Haus) bedeutet. Manchmal tragen sie auch ein Gefäß mit brennendem Weihrauch mit sich und segnen damit auf Wunsch das Haus und seine Räume.

Eine Legende besagt, dass sie für die segensreichen Buchstaben weiße Kreide benutzen, weil Geister die Farbe Weiß nicht sehen können, somit also den gesegneten Spruch über der Tür nicht erkennen und sich an der, durch die Segnung aufgebauten Schutzwand, die Köpfe aufschlagen.

Perchtennacht

Besonders im Raum der Alpen finden zur Wintersonnenwende und den Rauhnächten Perchtenläufe statt. Percht ist ein anderer Name für Frigg, die Frau des Gottes Odin und die einflussreichste Göttin der nordischen Mythologie, auch Große Mutter genannt. Nach ihr soll unser Wochentag Freitag benannt sein. Frigg gilt als besorgt und mütterlich, sie sorgt für den Familienzusammenhalt und galt auch als Fruchtbarkeitsgöttin.

In den Rauhnächten zeigt auch sie ihre Schattenseiten, indem sie zusammen mit Odin und seinem achtbeinigen Pferd Sleipnir die „wilde Jagd“ anführt, bei der diese mit wilden und untoten Gesellen, sowie Geistern, durch die Lüfte. Odin galt als derjenige, der darüber bestimmt, wer als nächster zu Tode kommt, was die Menschen sehr beängstigte. Andererseits hatte er wie seine Frau Frigg auch eine zweite Seite, indem er ausgewählten Menschen Wünsche erfüllte oder ihnen seinen göttlichen Rat erteilte.

Bei den Perchtenläufen verkleiden sich die Menschen mit teils gruseligen Masken und machen Lärm, um das Böse (Wilde Jagd) zu vertreiben.

Die Perchtenläufer teilen sich in 2 Gruppen auf, die guten und die bösen Perchten, entsprechend der 2 Gesichter von Odin und Frygg. Viele der Läufer tragen eine Doppelmaske, auf der einen Seite ist eine gruselige Fratze und auf der anderen ein schönes Gesicht zu sehen.

Die Percht ist die Schutzpatronin der Rauhnächte. Sie liebt Fleiß und Sauberkeit und belohnt die, die sich daranhalten. Auch stellten die Menschen Ihr Kuchen oder Brot vor die Türe, um sie gnädig zu stimmen und im nächsten Jahr einen Wunsch frei zu haben.

An manchen Orten ziehen die Perchtenläufer sogar in den Rauhnächten durch die Häuser um die Einhaltungen der Vorschriften bezüglich Sauberkeit, Ernährung und Arbeit zu überprüfen. Am Ende der Rauhnächte dem 5. Januar wird dann mit Glocken der Winter ausgetrieben.

In der Nacht vom 5. Auf den 6. Januar versuchen sie ein letztes Mal die Menschen zu ängstigen, aber diese wissen, dass es nun vorbei ist und das Licht wieder die Oberhand gewonnen hat.

Rückschau

Eine Nacht und ein Tag, an dem Rückschau gehalten wird, die Notizen der vorherigen Tage noch einmal durchgesehen werden und abschließend noch einmal alle negativen Energien geräuchert und dann durch geöffnete Fenster und Türen endgültig verabschiedet werden. Zünde Dir eine Kerze an, atme tief durch und reflektiere erst im Geiste und dann mit Hilfe Deiner Notizen die vergangenen Rauhnächte.

Welches Thema lief Dir immer wieder über den Weg? Hast Du etwas dazu gelernt? Wie kann Dir dieses Thema im neuen Jahr weiterhelfen?

Was hat Dir in diesen Nächten besonders gutgetan? Wirst Du das im neuen Jahr wiederholen?

Was hat Dir nicht gutgetan? Nimm Dir ein letztes Mal einen Zettel und schreibe das auf. Verbinde das heutige Räuchern mit dem Verbrennen dieses Zettels und lüfte um Mitternacht Alles noch einmal richtig gut durch. Damit darf das Negative gehen und Du lässt den Segen ins Haus.

Mythen

Den Tieren wird nachgesagt, dass sie in dieser Nacht sprechen und sogar weissagen können. Wasser, das in dieser Nacht geschöpft wird, gilt als Heilwasser.

 Am heutigen letzten Tag unseres gemeinsamen Weges durch die Rauhnächte möchte ich Dir von Herzen DANKE sagen und freue mich schon wieder auf die nächste spannende Rauhnachtzeit.

Mögen sich all Deine Wünsche erfüllen!