7. Rauhnacht – 31. Dezember

 

 

 

 

  Dem alten Jahr noch einmal begegnen

Entsprechender Monat des nächsten Jahres: Juli

Heute ist eine der wichtigsten Rauhnächte, die Silvesternacht! Die Nacht in der die bösen Geister und Dämonen vertrieben und ausgeräuchert werden. Wobei die Dämonen zumeist sinnbildlich dafür stehen, was sich an negativen Gedanken und Glaubenssätzen in unserem Unterbewusstsein eingenistet hat. In früheren Zeiten waren die Dämonen Sinnbild für die Ängste vor Hunger, Dürre, Krankheit usw.

Silvester wurde in früheren Zeiten und teils auch heute noch auf verschiedene Weise interpretiert. In manchen Gegenden galt es als eine Art Seelenfest zu feiern, bei dem man der verstorbenen Seelen gedachte und ihnen beim Silvesterfest einen Platz am Tisch freihielt und Essen bereitstellte. Auch wurde der Ofen besonders geheizt, damit sie sich daran wärmen konnten.

Die heute noch beliebte Variante ist die Energie an Silvester zu nutzen um zu Orakeln. Das altbekannte Bleigießen war immer sehr beliebt, bis es 2018 verboten wurde, in früheren Zeiten wurde dieses Ritual mit Kerzenwachs vollzogen, den man in kaltes Wasser schüttete. Dabei ging es letztendlich darum, in den sich gebildeten Figuren Symbole zu erkennen und zu deuten, die Hinweise auf die Zukunft geben sollten. Nach dem Verbot des Bleigießens hat dieses Ritual wieder an Beliebtheit gewonnen.

Auch gilt die Silvesternacht gerne als eine Art Zaubernacht um das neue Jahr positiv zu beeinflussen, insbesondere zu den Themen Reichtum, Liebe und Gesundheit. Um eine Fülle von Speisen und Getränken im neuen Jahr zu gewährleisten, wurde an Silvester genau dies aufgetischt und auch über Nacht stehengelassen für die Geister und Seelen. Insgesamt spiegelt die Energie der Silvesternacht auch die Energien der Rauhnächte wider, es geht um Wünschen, Gedenken und Innenschau, Schutz und Segen, Orakel und Visionen, Altes loslassen – Neues begrüßen.

Ich werde in diesem Jahr mit weißem Salbei räuchern. Er gehört zu den Kräutern mit der längsten Heil- und Räuchertradition. Und auch seine ätherischen Öle riechen sehr angenehm bei der Verbrennung. Salbei ist in vielen Traditionen seit Urzeiten wichtig bei der Reinigung von Häusern und dem Körper. Es hilft Altem dabei zu gehen und macht gleichzeitig Platz für Neues. Er kann von belastenden Gefühlen befreien und eine heilende Atmosphäre bereiten. Ich finde ihn daher ziemlich ideal für die Silvesternacht. Gehe also mit Deinem Räucherwerk von Zimmer zu Zimmer und in jede Ecke Deines Zuhauses, um den Rauch dort zu verbreiten. Danach kannst Du lüften und das Negative kann gehen.
Für noch zu klärende Ahnenthemen kannst Du etwas Mistel beim Räuchern hinzufügen.

Die Meditation zur 9. Rauhnacht ist eine kraftvolle Ahnenmeditation. Diese ist besonders wirkungsvoll während der Rauhnächte, da die Schleier zur Anderswelt sehr dünn sind. Noch vorhandene Blockaden werden aufgelöst und gute Energien empfangen.

Ein schöner Brauch zu Silvester ist es auch, mit Gästen oder allein am offenen Feuer zu sitzen und das was uns im alten Jahr und der Vergangenheit belastet hat in Rauch aufgehen zu lassen. Dafür schreibst Du all das Belastende und Schwere auf kleine Zettel und wirfst diese ins Feuer. So kannst Du beobachten, wie das Schmerzhafte, das Du loslassen möchtest, sich auflöst, in Rauch aufgeht und verschwindet. Wichtig daran ist es dies richtig zu sehen und greifbar zu machen, das macht es realistischer und wirkungsvoller, denn wir Menschen sind Wesen, die mit Hilfe ihrer Sinne Dinge viel besser in Materie umwandeln können, als wenn wir es nur denken. Bestimmt kennst Du auch Situationen, wo Geschmäcker und Gerüche Dich blitzartig an eine bestimmte Situation erinnern und zurück in diese Zeit versetzen.

Die Düfte der Kräuter und Harze, die mit verbrannt werden, nehmen wir mit der Nase auf und schicken sie direkt in das limbische System, dem ältesten Teil unseres Gehirns. Dies ist der Sitz unserer Gefühle und Erinnerungen. Und dort kann er seine positive effektive Wirkung dann maximal entfalten.

Feiere Dich heute für ALLES was Du 2018 geschafft hast und sei es „nur“ jeden Tag aufzustehen.

In früheren Zeiten glaubte man, dass an Silvester die sogenannte „wilde Jagd“ stattfindet. Ihr Anführer ist Odin, der germanische Gott, der auf seinem 8beinigen Pferd Sleipnir reitet und begleitet von 2 Wölfen, 2 Raben und diversen toten Seelen tosend durch die Silvesternacht brauste. Zum Schutz gab es Räucherungen und es wurden zur Besänftigung die Reste des Weihnachtsessens herausgestellt.

Auch sollte keine Wäsche gewaschen werden, damit sich darin nicht die Geister verfangen, denn das galt als böses Omen und unglücksbringend. Die Geister und wilden Gesellen reagierten empfindlich auf Lärm und Getöse, das machten sie lieber selbst. Daher stammt auch der Brauch des „Lärmens“, um die Geister in ihr Reich zurückzutreiben.  Heute erinnert daran das Böllern und das Feuerwerk. Das Klirren beim Anstoßen der Gläser sollte das Läuten der Kirchenglocken symbolisieren, die die bösen Geister vertreiben und Segen für das neue Jahr bringen.

Mit dem Feuerwerk sollte das Unglück des alten Jahres vertrieben werden, um Platz für das Glück des neuen Jahres zu schaffen. Dieses Glück wünscht man sich an Silvester, heute wird das symbolisiert von Kleeblättern, Schornsteinfegern, Glücksschweinen und auch durch die gegenseitigen Glückwünsche, denn Silvester ist die energiereichste der 6 Losnächte. Eine Nacht, die Einfluss auf Dein Los (Schicksal) des nächsten Jahres hat. Daher ist es ein kraftvoller Brauch, den Fokus auf das Positive und das Glück wünschen zu legen. Da es zu einer bestimmten Zeit ganz viele Menschen gleichzeitig tun, erhöht dies zusätzlich die positive Schwingung unserer Wünsche.

Ich wünsche Dir einen WUNDER-vollen Übergang in ein besonders schönes neues Jahr für Dich und alle, die Dir am Herzen liegen.

 Räucherempfehlung für Dich

 

Lebensbaum – löst negative Energien

Mistel – verwandelt Negatives in Positives, baut Schutz auf

Rosmarin – bringt alte Wunden an die Oberfläche um sie zu heilen

Tanne – löst Blockaden

Zeder – hilft Veränderungen loszulassen

Salbei – ermöglicht einen Neubeginn

 

(Alle Infos über die empfohlenen Kräuter findest Du im Rauchwerk-Lexikon)

 

Meditation 7. Rauhnacht

von Beate Huppertz-Herrmann | Rauhnächte