Rainfarn

Heute möchte ich Dir ein effektives Kraut für die Rauhnächte vorstellen, dessen Namen die wenigsten kennen, das aber jeder wahrscheinlich schon einmal gesehen hat – den Rainfarn. Lateinischer Name: Tanacetum vulgaris (Chrysanthenum vulgaris).

Er ist kein alltägliches Räucherwerk, da er in der Wirkung besonders ist und seine Inhaltsstoffe mit Bedacht genossen werden wollen.

Erste nachgewiesene Verwendung fand er bei den alten Ägyptern, die ihn wegen seiner Gerbstoffe, die die Verwesung aufhalten, zum Mumifizieren benutzten. Im Mittelalter war er besonders beliebt bei der Entfernung von Würmern und anderen Parasiten aus dem Körper, daher auch der Beiname Wurmkraut. Damals wurde er oft für Abtreibungen genutzt und auch bei Frauenleiden, für die Regulierung der Menstruation und bei Blasenleiden eingesetzt.

Heute wird von allen Kräuterkundigen davon abgeraten, den Rainfarn innerlich zu verwenden, da die Pflanzen unterschiedlich hohe Thujonanteile haben, welche mehr oder weniger giftig sind. Wer besonders empfindlich ist, sollte ihn vielleicht mit Handschuhen ernten, ich selbst hatte noch nie irgendeine Reaktion und habe ihn schon hundertfach gepflückt.

Wichtig: Schwangere sollten besser jeden Kontakt mit Rainfarn in jeglicher Form vermeiden, da es abtreibend wirken kann.

Weitere Wirkungen

hilft gegen Flöhe und Läuse

bei Quetschungen

bei Rheuma

bei Herpes

desinfizierend und antibakteriell

insektenvertreibend

abtreibend

Da er gegen Elektrosmog wirkt, habe ich immer einen Strauß davon im Arbeitszimmer hängen, da es dort viele Elektrogeräte gibt.

 

 

Wirkung beim Räuchern

Da Rainfarn auch elektrische Energien neutralisieren kann, wird es gerne bei Gewittern geräuchert und gegen Elektrosmog  und elektrische Spannungen eingesetzt.

Rainfarn gilt als starke Schutzpflanze, insbesondere in Situationen, in denen man sich schwach, angreifbar und schutzlos fühlt. Der Rauch des Rainfarn vertreibt Energieräuber, innere Dämonen und  energetische Parasiten. Er schafft eine reine klare Atmosphäre, sowohl in uns selbst, als auch in Räumen. Er stärkt das Selbstwertgefühl und hilft uns dabei unsere Wahrheit zu zeigen. Er hilft uns bei der Abgrenzung zu negativen Situationen und Personen. Mit seinem Rauch kann er auch unsere bereits geöffneten Angriffspunkte und Achillesfersen wieder versiegeln. Er unterstützt Kontakt zur Anderswelt und den Ahnen.

schützend

stärkend

ermutigend

reinigend

abwehrend

erdend

Rainfarn ist ein Räucherwerk, das besonders für Samhain und die Rauhnächte geeignet ist und speziell bei Hausreinigungen gute Arbeit leistet.

Am 15. August an Maria Himmelfahrt findet die sogenannte Kräuterweihe statt. Dann werden gebundene Kräutersträuße gesegnet, die dann in den Rauhnächten verräuchert werden, um Haus und Hof oder Wohnung vor bösen Geistern, Krankheiten, Unglück und jeglichen Katastrophen schützen soll.

Rainfarn gehört zu den Pflanzen, die in diese Kräutersträuße eingebunden werden, genau wie auch Johanniskraut und Beifuß.

Wichtig: Ich empfehle Rainfarn zumindest anfänglich in kleinen Mengen und in gut gelüfteten Räumen oder im Freien zu räuchern, da es eine starke teils halluzinogene Wirkung entfalten kann.

 

Blüte- und Erntezeit: Juni bis September

Standorte: Waldränder, Lichtungen, Wiesen, Böschungen

Wuchshöhe: bis zu 150 cm

Verwendete Teile: alle

  

Erkennungsmerkmale:

 

Kantiger Stängel, grün-braun gefärbt

riechen stark nach Chrysanthemen

kräftig goldgelbe Blüten, die wie kleine Knöpfe aussehen

länglich gefiederte Blätter

Trocknen

Zum Trocknen wird der Rainfarn gebündelt und mit dem Kopf nach unten an einem schattigen luftigen Ort aufgehängt, bis er komplett durchgetrocknet ist.  Wer es schneller möchte, kann es auch bei max. 50 Grad im ganz leicht geöffneten Backofen trocknen. Die Trocknung von Kräutern sollte immer schonend passieren. Auf keinen Fall das Kraut vorher mit Wasser waschen. Dies und pralle Sonne zerstören seine ätherischen Öle und damit die Wirkung.

 

 

Verwechslungsgefahr

 

Manchmal verwechselt man den Rainfarn im frühen Stadium mit Schafgarbe oder Beifuß, da die Blätter sich ähneln. Aber sobald die goldgelben Blüten zu sehen sind, ist er unverwechselbar.

Rainfarn

   

 

   Beifußblatt 

 

 

Bio-Pflanzenschutz

Ich nutze Rainfarn besonders gerne als Schutz für meine anderen Pflanzen, denn man kann daraus eine sogenannte „Kräuterjauche“  erstellen, die gegen viele Plagegeister im Garten hilft, wie z.B. Blattläuse, Mehltau, Spinnmilben, Kohlfliegen, Läuse, Ameisen, Fliegen und Rostbefall usw.

Ich stelle die Rainfarnjauche her, indem ich einige Pflanzen frisch pflücke, zerkleinere, mit Wasser übergieße und 1 Tag lange stehen lasse. Dann siebe ich es durch und bewahre es in einem großen Schraubglas oder einer ausgespülten Weinflasche auf.

Insektenabwehr

Rainfarnsträuße vors Fenster hängen, damit Mücken und Fliegen erst gar nicht hineinkommen. Bei Haustieren hilft Rainfarn gegen Milben und Flöhe, allerdings sollten sie nicht direkt mit den Pflanzen in Berührung kommen, sondern unter dem Körbchen liegen oder in Kissen eingenäht werden.  Kleine getrocknete Rainfarnsträuße eignen sich auch gegen Motten, wenn sie im Schrank aufgehängt werden.

Schöne Sommerabende kann man durch das Räuchern von Rainfarn mückenfrei genießen.

Aus der Pflanzenart Tanacetum, zu denen der Rainfarn gehört, wird das bekannte Insektizid Pyrethrum gewonnen. Allerdings ist Rainfarn in frischem Zustand ein richtiger Insektenmagnet und vor allem bei Bienen äußerst beliebt. Die insektenvertreibende Wirkung entsteht erst durch Trocknung.

Brei-Umschlag

Für einen Breiumschlag zerkleinere ich frische Blüten und Blätter in einem Mörser und lege den entstandenen Brei dann in einer Mullwindel oder einem Geschirrtuch auf die entsprechende Stelle. Dies hilft bei Krampfadern, Zerrungen, Rheuma und Gelenkschmerzen.

Aufbewahrung

Getrocknete Kräuter lassen sich gut in Schraubgläsern aufbewahren, die an dunklen Orten stehen. Manche Kräuter mögen es lieber in Papiertüten im Dunklen auf ihre Verwendung zu warten. Rainfarn mag beides. Es hält sich 2 – 3 Jahre auf diese Weise, allerdings bevorzuge ich es, jedes Jahr neu zu sammeln, da das Aroma und die Wirkung so am intensivsten ist.